Kopfgrafik - Buch der Energie von Bernd Sternal  

23. Der Tod der Glühlampe
 
 
 
 
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Die Glühlampe, im Volksmund Glühbirne genannt, soll sterben – so will es die EU. Und wie bei so vielen Entscheidungen der EU, wurde auch hier gegen den Willen der Bevölkerung eine rein technokratische Entscheidung getroffen.

Die Glühlampe ist die erste bedeutende Erfindung zur Anwendung von elektrischem Strom. Die ersten Glühlampen stammen aus den 1840-er Jahren und hatten Glühfäden aus Platin; aus ihnen wurde kein marktfähiges Produkt, da die Lichtausbeute einfach zu gering war. Der US-amerikanische Erfinder und Unternehmer Thomas Alva Edison, erfand dann im Jahr 1879 die Glühlampe heutiger Prägung. Es war wohl eine der bahnbrechendsten Erfindungen überhaupt, die Glühlampe. Brachte sie den Menschen doch nicht nur Licht in jeden Raum, sondern war auch Triebfeder der Elektrifizierung.

Die physikalischen Eigenschaften und das Funktionsprinzip von Glühlampen möchte ich hier nur anreißen. Auf jeden Fall produziert sie ein Licht, das wir als angenehm empfinden. Dabei nimmt aber das für uns wahrnehmbare Licht nur einen geringen Prozentsatz bei Umwandlung der zugeführten Elektroenergie ein. Der Hauptanteil liegt im unsichtbaren Infrarotbereich und wird als Wärme abgestrahlt. Was aber auch für Glühfaden verwendet wurden, und wie auch immer die technische Ausführung dieser Lampen war, sie lieferten ein Licht, das den Menschen gefiel. Und dies fast einhundertfünfzig Jahre lang! Bis es Weltverbesserern, Lobbyisten und der EU-Technokratie in den Sinn kam, dieses allgegenwärtige Leuchtmittel zu verbieten.

Zuvor hatte man schon seit 1924 alle Glühlampennutzer, also im Grunde genommen alle Menschen die elektrischen Strom haben, vorsätzlich hinters Licht geführt. Das Phoebuskartell, auch Glühlampenkartell genannt, hatte nur ein Anliegen: Für höhere Verkaufszahlen und somit größere Gewinne zu sorgen. Dieses, in Genf von allen international führenden Glühlampenherstellern geschlossene Kartell, trat nach außen als Typen- und Normenkartell auf, das nur die besten Absichten für den Verbraucher im Sinne hatte. In Wahrheit war den Produzenten aber die fast unbegrenzte Lebensdauer der Glühlampen ein Dorn im Auge. Also konstruierte man die Glühlampen so, dass sie eine Lebensdauer von 1 000 Stunden nicht überschritten. Wer Lampen mit längerer Lebensdauer fertigte, musste mit drastischen finanziellen Sanktionen rechnen. Außerdem wurde der Markt regional aufgeteilt, was eine beliebige Preisgestaltung der Hersteller ermöglichte. Die Glühlampe mit Wolframdraht, wie sie im Jahr 1911 von General Elektric entwickelt worden war, wurde zwar prinzipiell beibehalten, aber mit einer Art „Sollbruchstelle“ versehen.

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Zu jedem Argument findet man auch ein Gegenargument, wenn man nur lange genug sucht. Dem schlechten Wirkungsgrad einer Glühbirne muss man auch die geringen Herstellungskosten, den geringen Materialaufwand, die mögliche lange Lebensdauer und die umweltfreundliche Entsorgung entgegenhalten. Und die Wärmestrahlung reduzierte die Heizungsenergie in Wohn- und Arbeitsräumen. Alles keine Argumente für Umweltschützer und EU-Technokraten. Auch nicht, die Erfindung des Berliner Elektroingenieurs Dieter Binninger.

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Die neuen Energiesparlampen, insbesondere Kompaktleuchtstofflampen, sollen ja auch eine erheblich größere Lebensdauer haben als die Glühlampen; ich habe davon noch nichts bemerkt, meine haben bisher auch nicht länger „gelebt“ als Glühlampen. Man könnte dies als Entwicklungsprobleme abtun, wenn da nicht der etwa zehnmal höhere Aufwand an Energie zur Fertigung wäre. Aber irgendwas ist ja immer, sagt ein modernes, geflügeltes Sprichwort. Aber bei der Kompaktleuchtstofflampe ist nicht nur „irgendwas“: Keine erheblich längere Lebensdauer, schlechte Energiebilanz bei der Herstellung, nicht das Licht, das wir uns wünschen, erheblich Probleme bei der Entsorgung, teuer und vom Design auch kein Bringer. Und trotzdem war die EU-Kommission der Meinung, uns vom Technik- und Kulturerbe Glühlampe erlösen zu müssen. Über die wahre Energiebilanz von Energiesparlampen und Glühlampen möchte ich hier keinen Exkurs geben, diese Gegenüberstellung wäre sicher hier fehl am Platz. ...

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