Kopfgrafik - Buch der Energie von Bernd Sternal  

12. Energie des Windes
 
 
 
 
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Windenergie ist eine himmlische Energie – eine die unbegrenzt zu Verfügung steht, mal mehr und mal weniger. Nach Berechnungen von Forschern der Harvard-Universität ließe sich aus dieser Strömungsenergie mehr Elektronenergie gewinnen, als die Welt derzeit benötigt. Von bis zu 1,3 Millionen Terrawattstunden pro Jahr ist die Rede, das ist eine Zahl, die selbst die aktuelle europäische Finanzkrise zahlenmäßig erblassen lässt. „Allein in Deutschland liegt das Potential bei etwa 290 Terrawattstunden pro Jahr“, schätzt Kurt Rohrig vom Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik in Kassel. Das entspricht mehr als der Hälfte des derzeitigen deutschen Strombedarfs. Wir haben in Deutschland bisher zwar etwa 24 000 Rotoren errichtet und installiert, die allerdings nur rund 8 % der Nachfrage decken. Anders herum würden wir also etwa 300 000 Rotoranlagen benötigen um unseren Bedarf an Elektroenergie zu decken. Dies ist aber nur ein reines Rechenexempel, welches in der Praxis nicht aufgeht. Denn Wind steht nicht immer ausreichend zur Verfügung oder es gibt mehr Wind, als Strom nachgefragt wird. Ist kein Wind, wird trotzdem Strom benötigt, der also aus anderen Quellen bereitgestellt werden muss. Diese Konstellation ist durchaus vertretbar. Gibt es aber viel Wind und wenig Nachfrage, was häufig der Fall ist, werden die Rotoren ausgeschaltet, da produzierter Strom mangels Speichermöglichkeiten auch abgenommen werden muss. Diese Konstellation ist energetisch wie auch wirtschaftlich bedenklich. Nicht für die Anlagenbetreiber, die gesetzlich geschützt sind und somit wirtschaftlich immer auf der sicheren Seite, denn sie bekommen Ausgleichszahlungen, wenn sie ihre Rotoren ausschalten. Wenn Sie jetzt fragen, wer das denn bezahlt – wir bezahlen das, alle Stromkunden und alle Steuerzahler.

Dieser Aspekt muss dazu führen, die aktuelle Gesetzeslage zu überdenken und zu ändern. Denn selbst wenn wir 300 000 Rotoren installiert hätten, wäre nach derzeitigem technischem Stand eine Vollversorgung nicht ansatzweise möglich. Was aber soll die Anlagenbetreiber dazu animieren, sich um die Speicherung nicht nachgefragter Energie zu bemühen? Nichts, aber auch rein gar nichts – niemand investiert ohne wirtschaftliche Notwendigkeit oder die Aussicht auf zusätzlichen wirtschaftlichen Gewinn. Was ist also die Alternative? Sicher nicht das Errichten von 300 000 Rotoren herkömmlicher Bauart – denn das könnte Deutschland den Namen Rotorland einbringen. Auch sind die Probleme, die Windanlagen mit sich bringen, noch nicht ansatzweise geklärt: Klimabeeinflussungen durch Änderungen der atmosphärischen Strömungen, Geräuschentwicklungen, Landschaftszergliederungen und „Verschandelungen“, gravierende Einflüsse auf die Vogelwelt und vieles mehr. Auch ist mir, trotz aller Bemühungen, keine brauchbare Energiebilanz bekannt geworden. Darunter versstehe ich die Aufschlüsselung der Energie, die zur Herstellung, Errichtung und Inbetriebnahme einer Windkraftanlage eingesetzt wird. Meine Bedenken sind, dass eine solche Anlage lange Zeit laufen muss, um die Energie produziert zu haben, die in sie geflossen ist.

Aber ich möchte hier keinesfalls Schwarzmalerei betreiben, ganz im Gegenteil. Windkraft hat Potential, sie hat Zukunft und sie beflügelt den Forschergeist. Nur, die klugen technischen Köpfe müssen auch die nötige Unterstützung erfahren. Steuergelder in Form von Förderungen gemäß Erneuerbaren-Energien-Gesetz sollten nicht dazu dienen, den Investoren jedes Risiko zu nehmen. Die staatlich verordneten Einspeisevergütungen, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, da sie sich in stetiger Regelmäßigkeit ändern, können und dürfen keine „Dauerstütze“ für erneuerbare Energiequellen sein. Zwar sinkt die Vergütung für die Einspeisung nach einem festgelegten Satz jährlich, um über den Kostendruck einen Anreiz für effizientere, kostengünstigere Anlagen zu schaffen. Solange aber bei Nichtabnahme Ausgleichszahlungen erfolgen, ist diese Waffe ein stumpfes Schwert.

Was aber wäre ein scharfes Schwert? Optimal wäre eine kooperative Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Erzeugern auf freiwilliger Basis. Beispielsweise könnte die nicht abnehmbare Elektroenergie aus Windkraft für Pumpspeicherwerke eingesetzt werden, die dann als Puffer bei Bedarf Strom produzieren könnten. Auch auf die Problematik der Stromspeicherung komme ich noch später zurück. Kommt eine solche Kooperation zwischen den unterschiedlichen Stromproduzenten nicht auf freiwilliger Basis zu Stande, so muss der Staat regelnd eingreifen.  ...

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